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Die Art oder Spezies ist in der Biologie die Grundeinheit der Systematik. Bis heute gibt es keine einheitliche Definition des Artbegriffs, stattdessen existieren rund 30 verschiedene Konzepte für die Definition einer Art.

Unterschiedliche Artkonzepte

Am häufigsten wird zur Definition einer Art das biologische Artkonzept benutzt, welches eine Art definiert als eine Fortpfanzungsgemeinschaft, die untereinander uneingeschränkt (Ausnahme: das Vorhandensein unterschiedlicher Geschlechter) miteinander fertilen Nachwuchs zeugen kann, mit anderen Fortpflanzungsgemeinschaften (die dann selbst wieder eigene Arten repräsentieren) jedoch nicht. Durch Kreuzungsversuche kann festgestellt werden, ob zwei Individuen einer Art oder zwei Arten zugeordnet werden müssen. Problematisch ist jedoch, dass in der Natur mitunter Hybridisierungen zwischen verschiedenen, nahe verwandten Arten vorkommen können.

Das evolutionäre Artkonzept betrachtet eine Art als eine Entwicklungslinie, die sich in die Vergangenheit zurückverfolgen lässt und die sich unabhängig von anderen Entwicklungslinien entwickelt hat. Das Problem ist dabei häufig, dass die Entwicklungslinie einer Art oft nur bruchstückhaft durch Fossile belegt ist.

In der Paläontologie am weitesten verbreitet ist wohl das morphologische Artkonzept, welches Arten anhand der morphologischen Variationen beschreibt. In der Vergangenheit wurden dazu herangezogene Merkmale oft von Autor zu Autor unterschiedlich und willkürlich beurteilt, mittels statistischer Verfahren und Morphometrie ist eine objektive Betrachtung heute dennoch in vielen Fällen gegeben. Problematisch erweist sich jedoch, dass Ähnlichkeiten nicht immer auf tatsächlicher Verwandtschaft beruhen (zum Beispiel Konvergenz).

Wo die morphologische Erfassung von Arten versagt, wird heute die Analyse des Genoms angewendet. Das genetische Artkonzept beschreibt Arten als Organismen mit gemeinsamer genetischer Ähnlichkeit, da die genetische Ausstattung innerhalb einer Art nur wenig variiert. Da genetisches Material allerdings vergleichsweise wenig haltbar ist, können sie in der Paläontologie fast nicht eingesetzt werden.

Darüber hinaus existieren noch weitere Artkonzepte, von denen beispielhaft noch genannt werden sollen: das ökologische Artkonzept (unterteilt Arten anhand ihrer ökologischen Nische), das ethologische Artkonzept (die Einteilung erfolgt anhand verhaltensbiologischer Unterschiede) und das genealogische Artkonzept (welches versucht, Arten anhand einer gemeinsamen genetischen Vergangenheit zu beschreiben).

In der Systematik wird die Art als der Grundbaustein verwendet. Arten, die miteinander verwandt sind und/oder sich sehr stark ähneln, werden zu einer Gattung zusammengefasst. Miteinander verwandte Gattungen werden in eine Familie gruppiert und so weiter. Auch eine Abstufung unterhalb der Artebene ist möglich: geographische Variationen einer Art, die sich morphologisch und genetisch voneinander unterscheiden können, werden als Unterarten beschrieben.

Der Artname

Jede Art erhält von ihrem Erstbeschreiber einen wissenschaftlichen Artnamen in latinisierter Form. Für heute lebende Arten sind sehr viele Trivialnamen geläufig, die jedoch in vielen Fällen nicht eindeutig sind. Beispielsweise werden viele verschiedene Pflanzen im Volksmund als "Butterblume" bezeichnet, darunter der Löwenzahn (Taraxacum officinale), der Hahnenfuß Ranunculus spec.) und so weiter. Der wissenschaftliche Name wird jedoch nur einmal vergeben und ist überall auf der Welt verständlich und gültig. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen und wird daher auch als Binomen bezeichnet: Gattungsname und Art-Epitheton.

Sowohl der Gattungsname als auch das Epitheton werden dabei kursiv geschrieben (alle anderen Taxa jedoch nicht!), oftmals wird dahinter noch der Name des Autors in Kapitälchen und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Stehen Autor und Jahreszahl in Klammern, so bedeutet das, dass die Art bei ihrer Erstbeschreibung in einem anderen Taxon (z.B. in einer anderen Gattung) geführt wurde. Der Gattungsname beginnt mit einem Groß-, das Epitheton stets mit einem Kleinbuchstaben. Der Gattungsname ist für alle Arten innerhalb einer Gattung gleich, vergleichbar mit dem Nachnamen wie Müller, Meier oder Schulze. Das Epitheton ist für jede Art unterschiedlich und kann mit dem Vornamen analogisiert werden.Die Abkürzung sp. oder spec. hinter dem Gattungsnamen kennzeichnet eine nicht näher bestimmte Art einer bestimmten Gattung. Wenn eine weitere Unterteilung in Unterarten erfolgt, wird das Binomen durch einen dritten Teil zu einem Trinomen ergänzt, der ebenfalls kursiv und mit einem Kleinbuchstaben beginnend hinter das Art-Epitheton geschrieben wird. Zum Beispiel kennzeichnet Panthera tigris altaica eine Unterart des Tigers, den Amurtiger und Panthera tigris tigris den Königstiger.

In der Paläontologie ist es jedoch meist üblich, nur bis zur Artstufe zu klassifizieren. Oftmals wird, besonders in der Populärliteratur, sogar nur bis zur Gattungsebene gegangen. So spricht man beispielsweise oft nur vom Parasaurolophus und nicht von Parasaurolophus walkeri, Parasaurolophus cyrtocristatus und Parasaurolophus tubicen.

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